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Allegorien der Künste

Eine der zentralen künstlerischen Debatten des 16. Jahrhunderts betraf die Frage nach dem „paragone“ (Vergleich) der Gattungen. Insbesondere wurde diskutiert, welcher der drei bildenden Künste (Malerei, Skulptur oder Architektur) der Vorrang gebühre. Während andere Künstler sehr klar für die eine oder andere Gattung eintraten, äußerte sich Vasari zurückhaltender und unterstrich vielmehr ihre Gemeinsamkeiten. Ihnen allen lag seiner Auffassung nach der „disegno“ (Zeichnung, Entwurf) zugrunde, welcher über die Qualität der Arbeit entscheide. In diesem Sinne ist bereits die Darstellung des Schatten malenden Jünglings neben dem Kamin gedeutet worden, doch auch die Darstellung der Allegorien der Künste, welche die Hauptszenen an den Wänden der Sala Grande rahmen, sind in diesem Kontext zu lesen. Neben der Allegorie der Malerei, der Skulptur und der Architektur sind noch zwei weitere Allegorien hinzugekommen: die der Dichtkunst und der Musik. Für Vasari entnahm der Dichter ähnlich wie der bildende Künstler seinen Stoff der Natur, um ihn dann mit Hilfe der Inspiration „weiter zu zeichnen“. Die Allegorie der Musik hingegen ist eine Ergänzung des 19. Jahrhunderts, als man in der Sala eine Tür zusetzte, hinter der eine Treppe in das obere Geschoss führte.

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