Domkomplex
Der über Jahrhunderte entstandene, künstlerisch einzigartige Komplex aus Dom, Kampanile und Baptisterium bildet das alte Zentrum des religiösen Lebens und mit Brunelleschis großartiger Kuppel zugleich das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt. Unsere ersten Beispiele geben das architektonische Ensemble aus verschiedenen Perspektiven wieder, wobei die Aufmerksamkeit durchweg der ganzheitlichen Darstellung der Kuppel gilt. Doch nur die Schrägansicht des Komplexes von Giuseppe Carocci aus der Mitte des 19. Jahrhunderts lässt erkennen, dass der Dom zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollendet war. 1587 hatte man die nur zur Hälfte errichtete gotische Fassade abgerissen, ohne sich danach zur Ausführung eines der vorgelegten Neuentwürfe entschließen zu können. Anlässlich der Hochzeit von Prinz Ferdinand de' Medici und Violante Beatrix von Bayern im Januar 1690 wurde schließlich eine barocke Fassade durch freskierte Trompe-l'oeil-Malerei vorgetäuscht. Diesen Zustand zeigt der Kupferstich mit der gestaffelten Darstellung des Bauensembles. Erst 1887 wurde die interimistische Gestaltung durch die neogotische Fassade des Architekten Emilio de Fabris ersetzt.
Die Baugeschichte des Baptisteriums ist bis heute umstritten. Im Mittelalter etablierte sich die später widerlegte Auffassung, es handle sich ursprünglich um einen römischen Marstempel. So zeigt es ein Stich in den „Discorsi“ des Florentiners Vincenzo Borghini von 1584, der sich von unserem Blatt nur in Details unterscheidet.
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