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Platzanlagen

Bis heute prägen die Platzanlagen das Stadtbild von Florenz. Ihre Entstehung war, historisch gesehen, an verschiedene Faktoren geknüpft. So wurde mit der Piazza und dem Palazzo della Signoria ein Zentrum der politischen Herrschaft als Gegengewicht zu demjenigen kirchlicher Macht am Dom geschaffen. Kleinere Plätze entwickelten sich vor den Hauptkirchen und an Straßenkreuzungen. Mit dem ungeheuren Aufschwung der Bettelorden im 13. Jahrhundert kamen schließlich die großen Vorplätze der sich außerhalb des zweiten Mauerrings ansiedelnden Konvente als neuer Typus hinzu – sie alle bildeten fortan Räume des religiösen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens. In der Renaissance wurde die zielgerichtete Gestaltung des Stadtraums zu einem zentralen Thema der Architektur: Berühmtestes Beispiel ist die Piazza della Santissima Annunziata mit dem Portikus von Brunelleschi. Diese und andere Florentiner Plätze waren beliebte Motive druckgraphischer Darstellungen. Ein Teil der hier gezeigten Ansichten geht in ihrer Disposition auf die Serie von Radierungen aus Giuseppe Zocchis „Scelta di XXIV Vedute“ zurück, welche 1744 erschien und sehr erfolgreich war. So auch die (allerdings seitenverkehrte) Darstellung von San Pier Maggiore, die gleichzeitig ein wichtiges historisches Dokument darstellt: Die Kirche wurde 1783 mit Ausnahme der drei Bögen des Portikus abgerissen; durch das ehemalige Mittelschiff führt heute die Via San Pier Maggiore.

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