Stadtpläne
Karten erfassen nicht nur die Topographie der Städte, sie geben immer auch eine 'Sicht' auf die Stadt wieder, die nicht zuletzt von ästhetischen und gestalterischen Entscheidungen des Kartographen bestimmt ist. So löst Stefano Bonsignoris Kupferstich von 1584 (hier in einer Reproduktion) durch eine axonometrische Perspektive das Problem, detailgenaue Ansichten aller Gebäude zu geben und zugleich exakt Straßenverläufe und Plätze zu zeigen. Bis heute zählt Bonsignoris Werk zu den herausragenden Dokumenten der historischen Topographie.
Auf dem Plan von Vermondo Rossi, erstmals 1765 in einem Stadtführer von Florenz erschienen, sind hingegen nur die bedeutendsten Gebäude in Ansicht gezeigt. Die Pläne des 19. Jahrhunderts verzichten schließlich ganz auf eine detaillierte Darstellung einzelner Monumente. Stattdessen werden zur genaueren Orientierung die Grundrisse der signifikanten Gebäude eingefügt. Deutlich lassen sich auf diesen Plänen auch die Anfänge eines neuen Wachstums der Stadt ablesen. So ist beispielsweise auf dem Plan von Orazio Batelli die 1847 eingeweihte Piazza Maria Antonia (heute: dell'Indipendenza) zu sehen. Die durch die vorübergehende Wahl von Florenz zur Hauptstadt des geeinten Italiens (1865-71) angestoßenen urbanistischen Planungen Giuseppe Poggis veranschaulicht schließlich der Stadtplan von 1872: Die Stadtmauern sind der Ringstraße gewichen, jenseits davon kann man die neu entstehenden Wohnbezirke ausmachen.
No albums or photos uploaded yet.
