Veduten
Die ältesten Ansichten von Florenz stammen aus dem 14. Jahrhundert. Doch erst im 15. Jahrhundert entwickelt sich der Wunsch nach einer detailgetreuen Wiedergabe der Stadt und ihrer Bauten, die vor allem durch das neue Medium der Druckgraphik eine große Verbreitung erfährt. Der Holzschnitt aus Hartmann Schedels „Liber Chronicarum“ (1493) zählt zu den frühesten dieser Darstellungen. Er zeigt den Blick aus südwestlicher Richtung auf die von Mauern geschützte Stadt, aus deren Mitte sich die Kuppel des Domes eindrucksvoll hervorhebt. Dieser Holzschnitt, wie auch derjenige aus der italienischen Ausgabe der „Cosmographia“ Sebastian Münsters (1575), folgen in ihrer Darstellung dem sogenannten „Kettenplan“ des Florentiners Francesco Rosselli (um 1485). Nur eines des aus sechs zusammengesetzten Blättern bestehenden originalen Kupferstichs, der Rosselli als Vorlage diente, ist erhalten. Es wurde 1758 für einen Tafelband der Florentiner Monumente nachgestochen, daraus stammt unser Exemplar.
Dem „Kettenplan“ sind auch die beiden folgenden Kupferstiche verpflichtet, die durch einen niedrigeren Betrachterstandpunkt und eine graphisch detailliertere Ausarbeitung gekennzeichnet sind. Was schon bei dem kleineren, um 1730 entstandenen Stich angelegt ist, wird zum Hauptthema der Darstellungen des 19. Jahrhunderts: der malerische Blick aus der Landschaft auf die im Tal liegende Stadt. Er transportiert das verklärte Bild des nunmehr meist bürgerlichen Reisenden von einem Land, das noch unberührt ist von der in der nördlichen Heimat voranschreitenden Industrialisierung. Das letzte Bild, in Aquatinta-Technik ausgeführt, gehört zu einer Serie von Darstellungen toskanischer Städte, die in ihrer Gesamtheit ein anschauliches Bild der gerade errungenen Einheit Italiens vermitteln sollte.
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