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Literatur

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"8 anime in una bomba" (1919) von Marinetti ist nicht der einzige „explosive Roman“ des Futurismus. Die Bewegung hatte ihren Ursprung in der Literatur und so gilt als erstes Werk des Futurismus auch ein literarisches Werk: das 1909 verfasste Gründungsmanifest. Es wurde vermutlich von Marinetti allein entworfen und nennt bereits die wichtigsten Aspekte der futuristischen Ästhetik: die Ablehnung gegen alles Vergangene; das Streben nach der Vereinigung von Kunst und Leben; die Forderung nach Originalität und Novität und die Verherrlichung des industriellen Fortschritts. Marinettis Forderung nach einer der modernen Welt entsprechenden Literatur und Sprache wurde von den Futuristen in Manifesten, Romanen und Gedichten umgesetzt. Der visuelle Aspekt des Schreibens sollte immer mehr in den Vordergrund treten. Es entstanden die "Parole in Libertà", die befreiten Worte. Sie ließen die Grenze zwischen Literatur und Bildender Kunst verschwinden. In dem „Manifesto tecnico della letteratura futurista“ (1912) ruft Marinetti u.a. zur Zerstörung der Syntax und der Zeichensetzung auf. Die Sprache soll dadurch sowohl vereinfacht als auch gereinigt werden. Traditionelle Zeichen wie Punkt und Komma wirken sich störend, mathematische Zeichen dagegen fördernd auf die Lebendigkeit der Sprache aus.
Das zweifarbig ausgeführte Umschlagbild von "8 anime in una bomba" ist ein Beispiel dieses Paroliberismo. Typographie und Zeichnung werden kombiniert und visualisieren anschaulich die Explosion einer Granate, indem die Worte lautmalerisch den Bögen der zersplitternden Teile folgen.