Document Actions

Mythos und Antike

Während die Haupträume von Villen und Stadtpalästen häufig mit historischen und genealogischen Themen oder antiken Heldensagen ausgestattet wurden, deren Protagonisten sich als Identifikationsfiguren der Auftraggeber anboten, blieb den Grotten als zum Garten gehörigen „luoghi di piacere“ der Bereich des Mythos vorbehalten. Besonders beliebt waren Darstellungen von Neptun, Tritonen, Nereiden, Nymphen und Flußgöttern sowie mit Grotten und dem Element des Wassers verbundene Mythen, darunter Diana und Aktaion, Galatea und Polyphem oder der Raub der Europa. Kaum zufällig war der im 16. Jahrhundert allgegenwärtige Topos vom Wettstreit zwischen Kunst und Natur gerade durch die Diana-Quelle in den „Metamorphosen“ geprägt worden, an der Ovid einen von der Natur ausgebildeten kunstvollen Gesteinsbogen beschreibt. Die figürlichen Ausstattungsprogramme von Wandmosaiken und Malereien ergänzten häufig noch antike und neuzeitliche Skulpturen, die im Kontrast zu den rauhen Felswänden eine besondere Verlebendigung erfuhren. Ebenso diente die Darstellung antiker Monumente der Charakterisierung der Grotte als ein der antiken Villenkultur nachempfundener Ort, der zugleich Zeugnis von der humanistischen Kultur seines Auftraggebers ablegte.

No albums or photos uploaded yet.