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Petrus und Paulus

Das beständigste Siegelbild ist das der Päpste, welches seit 1099 bis heute an der Visualisierung der Köpfe der Apostel Petrus und Paulus auf der Vorderseite festhält, wie hier auf der Bleibulle Papst Gregors IX. Die mächtige römische Familie der Frangipane eignete sich das Bild der päpstlichen Bulle an, das in allen Details präzise imitiert wird. Die Imitation gibt sich als solche zu erkennen, denn das Bild wird nicht durch eine Zange in Blei, sondern durch den bronzenen Siegelstempel in Wachs eingedrückt. Auf dem Siegelstempel des Johannes von Sutri kniet der Presbyter der Petersbasilika in Rom vor einem Altar: Die Köpfe der Apostelfürsten sind Gegenstand seiner Devotion und gewinnen so einen anderen Bildstatus. Das rechteckig gerahmte Bild darüber visualisiert die in St. Peter aufbewahrte Reliquie des Schweißtuchs der Veronika mit dem Abdruck des Antlitz Christi, das durch den Eindruck des Siegelstempels in Wachs vielfach reproduziert werden kann. Auf dem Siegelabdruck des Tomaso Andrei verweisen die Köpfe von Petrus und Paulus zu Seiten des stehenden Bischofs zeichenhaft auf den hl. Stuhl in Rom, während der Siegelabdruck des Theoderich von Orvieto, Kardinalbischof von Palestrina, den päpstlichen Anspruch auf die Stadt Palestrina durch die stehenden Apostelfürsten visualisiert, die hier die Kreuzigungsszene erweitern. Der Siegelstempel des Kardinals Marcello Crescenzi zeigt die Apostelfürsten als monumentale Ganzfiguren, die auf einer schmalen Bühne, getragen von dem Kartuschenwappen der Familie der Crescenzi, agieren.

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