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Tiere und Namen

Tiere sind ein vielfaches Bildthema auf Siegeln, oft als militärische Machtsymbole, wie der Adler, Wolf oder Löwe. Häufig ist das auf dem Siegel abgebildete Tier ein Sinnbild, das auf den Namen des Siegelführers referiert, wie beim Siegel des Fasonotto da Capraia, auf dem in großer Detailliertheit ein Fasan abgebildet ist. Das Siegel des Bonifacio Lupi bildet den Wolf gleich zweimal ab: als Helmzier den Wolfskopf im Profil und als aufsteigender Wolf auf dem Wappenschild darunter. Dieses heraldische Zeichen ist vielfach auch an der Fassade und im Innenraum des Oratorio von San Giorgio in Padua dargestellt, dessen Dekoration Bonifacio dei Lupi zu Ende führte. Tiere haben in der Vorstellung des Mittelalters eine sehr enge Beziehung zu Wörtern und Sprache, galt doch Adams Benennung der Tiere im Paradies schon bei Isidor von Sevilla im 7. Jahrhundert als Ursprung der Sprache überhaupt. Die Beziehung von Tier und Namen ist auf Siegeln evident, da in der Siegelumschrift zugleich auch der Name des Siegelführers abgebildet ist, wie auf dem Siegel der seit dem Jahr 1212 der Stadt Siena unterstellten Kommune von Camigliano, das vor schraffiertem Hintergrund ein einhöckiges Kamel darstellt. Der Siegelstempel der Parte guelfa von Florenz zeigt auf der Rückseite dreidimensional einen mächtigen Adler mit ausgebreiteten Flügeln, der sich auf der Vorderseite in ein Relief verwandelt. In die Siegelkapsel aus Messing, die einen Abdruck des Siegels von Francesco Sforza bewahrt, ist dagegen auf der Innenseite der Löwe als König der Tiere eingraviert, der den fragilen wächsernen Siegelabdruck des berühmten Condottiere aus Mailand schützt, während die Außenseite wie das Siegel das Sforza-Wappen zeigen.

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